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Aktuelles

Gemeinsam den Brustkrebs überwinden

Die Diagnose Brustkrebs verändert das Leben der erkrankten Frau. Bedürfnisse geraten aus dem Blickfeld. Auch die Themen Partnerschaft und Intimität rücken erst einmal in den Hintergrund. Dabei spielt beides eine zentrale Rolle für das Bewältigen von Brust-krebs, wie Stefan Zettl weiß. Der Diplom-Psychologe und Diplom-Biologe aus Heidelberg sprach auf Einladung der beiden Siegener Chefärzte Dr. Volker Müller, Diakonie Klinikum Jung-Stilling, und Dr. Badrig Melekian, St. Marien-Krankenhaus, beim 4. Patientinnentag des Brustzentrums Siegen-Olpe.

„Partnerschaft und Intimität sind eine wichtige Ressource, um den Heilungsprozess zu unterstützen“, erklärte Zettl den Patientinnen im Ambulanten Zentrum Albertus Magnus in Siegen. Der 62-Jährige gilt insbesondere auf den Gebieten der Psychoon-kologie und der Sexualtherapie als Experte und ist Autor zahlreicher Fachbeiträge. Sein Rat an betroffene Patientinnen: „Ein soziales Netzwerk wirkt sich positiv auf Lebensqualität, Krankheitsverarbeitung und Prognose der Patientin aus.“ Die beste Arznei für den Menschen sei immer noch der Mensch. Deshalb müsse auch auf das Befinden des sozialen Umfelds geachtet werden: „Krebs ist eine Krankheit, die auch den Partner und die Angehörigen belastet, teilweise sogar mehr als die Patientin selbst.“ Die Bewältigung von Brustkrebs werde dann erschwert, weil sich die Partner wechselseitig zu schon versuchten. Stattdessen sollten Betroffene miteinander reden: „Überwinden Sie die Sprachlosigkeit. Suchen sie sich einen festen Termin in der Woche, in dem sie mit ihrem Partner über die Erkrankung sprechen“, empfahl Zettl. Dies helfe auch, infolge von Brustkrebs aufgetretene sexuelle Störungen in der Part-nerschaft zu beheben.

Die Auswirkungen von Brustkrebs auf persönliche Beziehungen müssten aber nicht nur negativ sein, erklärte Zettl: „Viele Brustkrebspatientinnen geben an, die Beziehung zu ihrem Partner sowie zu ihren Kindern und Freunden habe sich gebessert.“ Oft berichte-ten Patientinnen auch von Reifeprozessen durch eine Veränderung der Selbstwahr-nehmung und der Lebenseinstellung.
Im Anschluss an den Vortrag berichteten die Chefärzte Dr. Müller und Dr. Melekian über neue Entwicklungen in der Behandlung von Brustkrebs. Abgerundet wurde der Patientinnentag mit zwei Workshops zum Thema Bewegung und Entspannung.