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Aktuelles

Mit Naturheilverfahren gut durch die Krebstherapie

Haarausfall, Müdigkeit, Hitzewallungen oder Gelenkbeschwerden – die möglichen Nebenwirkungen einer Brustkrebserkrankung sind vielfältig und schränken die Lebensqualität der Betroffenen zusätzlich ein. Das Spektrum an Naturprodukten, die Linderung versprechen, ist groß und wachsend. Doch nicht alles ist wirksam und manches sogar gefährlich. Das Institut zur wissenschaftlichen Evaluation naturheilkundlicher Verfahren der Universität Köln erforscht komplementärmedizinische Therapien und hilft Patientinnen somit bei der richtigen Einordnung der Angebote. Der Institutsleiter Prof. Josef Beuth referierte auf Einladung der beiden Siegener Chefärzte Dr. Volker Müller, Diakonie Klinikum Jung-Stilling, und Dr. Badrig Melekian, St. Marien-Krankenhaus, beim 3. Patientinnen-Tag des Brustzentrums Siegen-Olpe.

„Operationen, Chemotherapien oder Bestrahlungen sind bei Brustkrebs immer erste Wahl. Naturheilkundliche Verfahren können diese Standardtherapien nicht ersetzen, aber deren Wirksamkeit unterstützen oder Begleitsymptome mildern“, erklärte Beuth vor über 100 Patientinnen im Pfarrheim St. Michael in Siegen. Ausdrücklich warnte er vor Ratschlägen, die eine Heilung von Krebserkrankungen ohne schulmedizinische Therapie in Aussicht stellten: „Das ist gefährlich. Lassen Sie sich darauf nicht ein.“ Zu den erprobten Standardtherapien gebe es keine Alternative, aber naturheilkundliche Maßnahmen, die Nebenwirkungen der Standardtherapien reduzieren oder sogar verhindern könnten. Beuth und sein Team prüfen im Kölner Institut seit 10 Jahren Naturheilverfahren auf Herz und Nieren und haben dabei unter anderem die Wirksamkeit eines Selen-Enzym-Linsenextraktes nachweisen können. Bei Brustkrebspatientinnen unter Antihormontherapie haben Studien des Instituts gezeigt, dass die Gabe der Dreier-Kombination zu einem Rückgang typischer Nebenwirkungen, wie z.B. Gelenkbeschwerden oder trockener Schleimhäute, führen kann.

Neben den medikamentösen Ergänzungen zu erprobten Standardtherapien empfahl Beuth einfache Umstellungen der Lebensgewohnheiten: „Viel Bewegung, eine gesunde ausgewogene Ernährung und genügend Entspannung verbessern Behandlungschancen und senken das Krebsrisiko“. Zeitnah zur Diagnosestellung sollten Betroffene zudem unterstützende psychoonkologische Angebote in Anspruch nehmen, um auch das seelische Wohlbefinden auszubalancieren: „Ein gesunder Egoismus ist wichtig. Bitte tun Sie was für sich“, so der Autor zahlreicher Publikationen zum Thema Komplementärmedizin, der im Anschluss an seinen Vortrag gemeinsam mit den Chefärzten Müller und Melekian den Patientinnen weitere Tipps für einen guten Weg durch die Krebstherapie gab.